#1 RE: LH - Trauung Franciscus Cator 1776 in Troppau/Oppava von peppep 05.11.2013 09:43

Trauung Franciscus Cator am 22.01.1776 in Troppau/Oppava:

http://vademecum.archives.cz/vademecum/p...68c0263&scan=70

Ich lese:
Cator Franciscus Juvinis Civis Pistor Oppava Defti Cator Josephi quondom Auriga Nilsensis filius rel. Legitimus, cum Juliana Defti Haabuch Michailis quondom Civis et Pistoris rel. Vidua

Aber aufgrund fehlender Lateinkenntnisse fällt mir das Verstehen schwer.

Ich verstehe ungefähr, dass Franz Cator, Bäcker aus Oppava, legitimer Sohn von Josephi Cator die Juliana, Witwe nach dem Bäcker Michael Haabuch geheiratet hat.

Wie wäre der ganze Satz richtig zu übersetzen?

Enthält dieser Eintrag auch einen Hinweis, woher Franz Cator bzw. sein Vater her ist?

Sind bei den Trauzeugen Ortsangaben?

Herzlichen Dank im Voraus!
Peter

#2 RE: LH - Trauung Franciscus Cator 1776 in Troppau/Oppava von franz ferdinand 05.11.2013 11:59

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Lieber Peter!

Ich lese:

22. Idem (Jan): Cator Franciscus Juvinis Civis et Pistor Oppav(ensi)s def(unct)i Cator Josephi quondam Auriga Nissensis filius rel(ictus) legitimus, cum Juliana def(unct)i Haabich Michaelis quondam Civis et Pistoris rel(icta) Vidua

Franz Cator, Junggeselle, Bürger und Bäcker aus Troppau, hinterlassener ehelicher Sohn des verstorbenen Joseph Cator, einstmals Kutscher in Neiße, mit Juliana, hinterlassene Witwe des verstorbenen Michael Haabich, einstmals Bürger und Bäcker.

Nissa könnte unter Umständen auch den Fluß Neiße bezeichnen, diesfalls hieße "Auriga Nissensis" dann wohl Fährmann auf der Neiße. Ich halte den Kutscher, Fuhrmann, Wagenlenker in der Stadt Neiße allerdings für wahrscheinlicher, einen Schiffer hätte man wohl anders bezeichnet.

LG Martin

#3 RE: LH - Trauung Franciscus Cator 1776 in Troppau/Oppava von leoderloewe 05.11.2013 12:04

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Franciscus Cator, Junggeselle (Juvenis) Bürger und Bäcker in Oppawa (Opava) filius rel. (relictus/zuückgelassener) legitimer Sohn des defti. (defuncti/des verstorbenen ...) Joseph Cator ehemaliger (quondam) Fuhrmann .......mit Juliana, zurückgelassene (rel./relicta/zurückgelassene) Witwe des defti (defuncti/ des verstorbenen ) Micael Haabich ehemaliger (quondam) Bürger und Bäcker.


(Die Trauzeugen sind beide aus einer Vorstadt von Opava)

Eine typische Einheirat in eien Witwenbetrieb (Bäckerei)

Auriga Nih..... Fuhrmann aus ... oder des.. Ni , kann ich nicht lesen, es könnte ein Hinweis auf die Herkunft des Joseph Cator sein...

Leo

#4 RE: LH - Trauung Franciscus Cator 1776 in Troppau/Oppava von leoderloewe 05.11.2013 13:32

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Nachtrag: Bei den Trauzeugen habe ich Sub. Rattibor gelesen und angenommen, dass es bei "Sub.(urbum/ Vorstadt) Rattibor" um eine Vorstadt von Opava handelt. Es gibt dort eine "Ratiborer Straße".
Ratibor liegt heute in Polen knapp 30 km nordöstlich von Opava. Meine Annahme, dass die Trauzeugen aus einer Vorstadt von Opava stammten war daher falsch. Beide dürften aus dem Weichbild von Ratibor stammen.

Leo

#5 RE: LH - Trauung Franciscus Cator 1776 in Troppau/Oppava von peppep 05.11.2013 14:14

Lieber Leo und Martin, Danke für eure großartige Hilfe!

möglicherweise ist es also die Stadt Nysa (deutsch Neisse): http://de.wikipedia.org/wiki/Nysa

und Ratibor ist wahrscheinlich Racibórz [raˈʨibuʃ] (deutsch Ratibor, tschechisch Ratiboř: http://de.wikipedia.org/wiki/Racib%C3%B3rz

weiß jemand, ob es auch aus diesen Gebieten Kirchenbücher online gibt?

lg, Peter

#6 RE: LH - Trauung Franciscus Cator 1776 in Troppau/Oppava von günter oppitz 05.11.2013 16:11

Lieber Peter! Lieber Leo!

Leo hatte mit seiner ursprünglichen Annahme, dass mit dem Zusatz „Sub: Rattibor…“ ein Ortsteil bzw. Vorort von Troppau gemeint ist, sicherlich Recht. Ich bin bei meinen Nachforschungen bezüglich meiner Verwandten in Troppau (allerdings erst 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts) öfters auf Hausangaben „Ratiborer Vorstadt“ + Nummer gestoßen.

Bei Gen Wiki habe ich Kirchenbücher gefunden, wo diese Bezeichnung sogar im Buchtitel aufscheint:
N • 1785 - 1826 • 52 • Op II 4 • Ratibořské předměstí, Hradecké předměstí
N • 1801 - 1836 • 53 • Op II 5 • Ratibořské předměstí, Hradecké předměstí
Bei anderen Kirchenbüchern verbergen sich Angaben über diese Vorstadt möglicherweise unter der allgemeinen Bezeichnung „Předměstí“.

Eine Reiseschilderung (wissenschaftlich vielleicht nicht fundiert) von 1806 zeigt jedenfalls, dass dieser Ortsteil damals sehr groß war:
„Troppau ist eine große, ziemlich weit gebauete Stadt von etwa 12000 Menschen. Die Stadt selbst hat 500 Häuser; die Ratiborer Vorstadt eben so viel; die Grazer und Josephs Vorstadt zusammen auf 500 Häuser.“
http://www.napoleonwiki.de/index.php?tit...nach_Br%C3%BCnn

LG Günter

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